Insektenschutz im Garten

In einer Zeit der intensiven Landwirtschaft werden Hausgärten als Rückzugsort für Insekten und sonstiges Krabbelgetier immer wichtiger. Monokulturen und der Einsatz von Pestiziden haben unsere Kulturlandschaft in den letzten Jahrzehnten dramatisch verändert. Jeder Gartenbesitzer kann jedoch einen Beitrag zum Insektenschutz leisten und so die Folgen dieser Entwicklung zumindest in seinem kleinen Idyll ein wenig mildern.

Oft ist es gar kein böser Wille, wenn aufgrund eines Modetrends ökologisch wertlose Steinwüsten angelegt werden. Führt man sich jedoch vor Augen, dass die Natur ein System ist, in dem ein Rädchen in das andere greift und jedes Lebewesen seinen Platz in diesem wunderbaren miteinander hat, wird schnell klar, das wir dringend auf Flächen angewiesen sind, in die wir so wenig wie möglich eingreifen und deren Qualität davon abhängt, möglichst große Vielfalt zu erlauben.

Gerade bei unsere Insekten merken wir, wie die Veränderung der Natur dramatische Folgen hat. Insektenschutz bzw. Insektensterben ist inzwischen überall ein Thema. An dieser Stelle möchte ich gerne einige Anregungen geben, die über das bloße Aufhängen eines Insektenhotels – so wichtig es auch ist – hinausgehen.  Denn was nutzt ein Haus, wenn’s nirgendwo etwas zu essen gibt? Oder nur zwei mal im Jahr ganz viel? Es gibt es so viele einfachen und natürliche Möglichkeiten, die Entwicklung der Insekten zu fördern und schützen.

Pflanzenvielfalt im Garten ist aktiver Naturschutz

Zwar bin ich kein Fachmann oder Spezialist für Insekten, aber ich versuche ihnen zu helfen, indem ich z.B. alte  Äste an Stellen, wo sie nicht stören, zu Totholzhaufen zusammen trage. Das sieht m.E. sogar recht schön aus, spart des Wegfahren bzw. Häckseln und gibt der Natur die Möglichkeit den Kreislauf zu vollenden. Irgendwo habe ich gehört, dass viele Insekten ihre Eier in die Blütenstengel von Pflanzen ablegen und sich daraus dann in nächsten Jahr Larven entwickeln. Wenn das so ist, was für ein Desaster ist dann das herbstliche Abräumen der Beete? Also lasse ich die Blütenständer bis zum Frühjahr stehen, erfreue mich den ganzen Winter über an den oft bizarren Gebilden und verräume die Stiele dann in einer Ecke im Garten zum weiteren Verrotten. Dieser „Altstaudenzaun“ kann durchaus auch attraktiv gestaltet werden und nicht, wie bei uns, mit Resten aus dem Uraltbestand meines Vaters.

Staudenabfälle zu Altstaudenzaun gestapelt

Auch überzählige Bruchsteine u.ä. werden zu Steinpyramiden aufgestapelt und bieten so div. Getier einen Lebensraum.

Ganz besonderen Wert lege ich darauf, dass sich Blumen in unserem Garten wieder aussäen dürfen. Wo Schlüsselblume, Vergissmeinnicht, Fingerhut, Nachtkerze, Ringelblume und Co. wachsen, ist kein „Unkraut“. Außerdem entsteht in jedem Jahr ein neues Bild. Ein weiterer großer Vorteil ist zudem, dass sich die Pflanzen dort ansiedeln, wo sie die besten Bedingungen finden. Das führt zu kräftigen gesunden Pflanzen und bewahrt vor Krankheiten. Pestizide braucht man vor allem dort, wo auf Gedeih und Verderb etwas wachsen soll, was dort eigentlich gar nicht oder nicht so wachsen möchte!

Echte Schlüsselblume (Primula veris)

Nicht nur für den Insektenschutz sondern auch für mein Auge achte ich darauf, das es möglichst rund ums Jahr blüht.  Winterschneeball und  Winterlinge dienen oft schon im Januar mutigen Hummeln als Weide. Dann folgen die klassischen Frühjahrblüher, aber auch unsere Gemüsepflanzen. Im Sommer freue ich mich über Dahlien und tolle Einjahrige wie Tagetes, Löwenmäulchen, Cosmea und Sommerrittersporn und die Kissenastern versprühen ihren Charme bis zum Frost.

Wasser ist Leben

Wasserstellen -klein oder auch größer- runden das Bild ab. Vogeltränken bieten auch durstigen Insekten Gelegenheit das dringend benötigte Nass aufzunehmen. Gerade im Extremsommer 2018 waren sie gut dabei zu beobachten.

Das wir auf dem richtigen Weg sind, wurde uns  2016 bescheinigt, als wir nach entsprechender Begutachtung für beispielhafte Maßnahmen zum Schutz von Insekten  im Rahmen der Verleihung des Naturschutzpreise von Landkreis und Stadt Osnabrück gewürdigt wurden.

Es gibt jedoch noch so viele Dinge, die wir nicht wissen, bzw. wo wir noch viel mehr machen können. Gern nehme ich Anregungen und Tipps auf und freue mich auf Kontakt zu Gleichgesinnten.